Eine 18 Mio CHF teure Velobrücke soll eine 'volkswirtschaftliche Gesamtersparnis' ergeben

In der Stadt Bern will man bekanntlich ja eine Velobrücke bauen, damit die gehätschelten Velofahrer sich nicht mehr so anstrengen müssen. Jetzt kommt man sogar darauf, dass durch den Bau dieser Brücke eine 'volkswirtschaftliche Gesamtersparnis' entstehen soll:

In der Tat werden im Bericht die Zeit­einsparungen der erwarteten rund 5000 Velofahrenden pro Tag in Geld aufgewogen, sodass in der «volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung» die Velo­brücke gar ein «Einnahmenplus» von 3,5 Millionen Franken aufweist.

Jetzt stellt sich die Frage, was die Verkehrspolitik der Stadt Bern, wo man durch komplette Bevorzugung des öffentlichen Verkehrs den ganzen anderen Verkehr ausbremst und behindert, in der 'volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung' Jahr für Jahr bewirkt. Ich vermute Mal, dass der Effekt bei etwa 3.5 Milliarden Franken beträgt, als Minusfaktor, natürlich. Sprich, würde die Stadt Bern eine saubere Produktivitätsrechnung vornehmen würde sie ihre Verkehrspolitik radikal ändern, denn Velofahrer (bis auf die wenigen Velokuriere) erbringen keine besonders hohe Produktivität.

Und wenn man schon von 'volkswirtschaftlicher Gesamtersparnis' spricht, dann sollte man nicht neue Brücken abreissen und für 1.8 Millionen Franken neubauen müssen:

Ein wichtiger Grund für die hohen Kosten sind Abriss und Neubau der Polygonbrücke, ein Kunstbau, der im März 2013 neu eröffnet wurde. Die neue Brücke brauche ein «etwas teures, da aufwendiges Widerlager», heisst es im Bericht. Zudem müssen neben der Polygonbrücke auch «Teile der Polygonstrasse» neu gebaut und ein direkter Anschluss an die Wylerstrasse hergestellt werden. Alle diese Arbeiten fungieren in den Kostenberechnungen unter «Projektierung und Wertvernichtung» und machen rund 4,3 Millionen des 18-Millionen-Bauwerks aus.

Nein, sparen geht anders. Auch 'volkswirtschaftlich', auch in der Stadt Bern.