Den Sozialismus in seinem Lauf halten nicht einmal Arbeitsplatzverluste auf

In Deutschland wird bald eine weitere Beschäftigungsmöglichkeit, nämlich Sonntagsarbeit in einem Call-Center, mit raren Ausnahmen verboten:

Deutsche Verbraucher müssen sich darauf einstellen, dass Hotlines künftig deutlich seltener an Sonntagen erreichbar sein werden. Die Politik arbeitet derzeit an einem deutschlandweiten Verbot der Sonntagsarbeit in Callcentern.

An die Leute, die am Sonntag gerne arbeiten möchten, oder die Firmen, die am Sonntag einen grossen Anteil des Business machen, oder die Kunden, die nur ausserhalb der Arbeitszeit der Hotline anrufen können, hat natürlich niemand gedacht, auch wenn Gerichte das nicht glauben:

Das Gericht hatte sinngemäß argumentiert, dies sei bei telefonischem Kundenservice nicht der Fall, weil die Kunden die Hotline für Bestellungen, Beratungen oder Beschwerden auch unter der Woche anrufen könnten.

Dieses Gerichtsurteil wird ziemlich genau nur zwei Sachen bewirken. Als Ersteres muss der Kunde dran glauben:

Allerdings sind deutschsprachige Auslands-Callcenter trotz Kostenvorteilen eine Nische geblieben, weil in der Branche nach leidvollen Erfahrungen als Konsens gilt, dass im Ausland kaum derselbe Standard gewährleistet werden kann wie in Deutschland.Es ist damit kaum zu erwarten, dass bei einem Sonntagsarbeits-Verbot der Kundenservice auf dem heutigen Niveau aufrecht erhalten werden kann.

Und als Zweites wird dieses Gerichtsurteil beschäftigungswirksam, denn ein Callcenter im Ausland nur für den Sonntag zu betreiben ist schlicht nicht rentabel:

Wenn das Verbot deutschlandweit kommt, dann werden viele den Kundenservice auslagern, womöglich auch für den Rest der Woche."

Viele Studenten, Alleinerziehende und Personen, die auf einen Job angewiesen sind, und damit auch eine flexible Arbeitsmöglichkeit hatten, werden die Massnahme zweifellos begrüssen. Denn der Sozialismus in seinem Lauf, gepaart mit falsch verstandenem Paternalismus und Arbeitnehmerschutz, halten nicht einmal Arbeitsplatzverluste auf.