Die SNB hat der EZB den Stinkefinger gezeigt

Die Schweizer Nationalbank hat heute der europäischen Zentralbank kommuniziert, was sie von Quantitive Easing und ähnlichen Aktionen hält:

EURCHF exchange rate 15-Jan-2015, 2252

Kurzum, der Wechselkurs EURCHF ist zu einem Niveau zurückgekehrt, dass zumindest temporär dem realen Wert der 'Gemeinschäftswährung' entspricht.

Über die Gründe kann spekuliert werden. Die offizielle Begründung gemäss SNB-Direktor ist einfach:

Es macht keinen Sinn eine nicht nachhaltige Geldpolitik einfach weiterzuführen», sagte SNB-Chef Thomas Jordan an einer Pressekonferenz in Zürich.

Die Politik des Mindestkurses in dieser Form war nie nachhaltig und wäre es nie gewesen, man hätte den Mindestkurs graduell herunterfahren müssen, gekoppelt mit stetig sinkenden Zinsen, bis man massiv in der negativen Zone ist. Grund für den aktuellen Eingriff war sicher auch, dass der EU-Gerichtshof mit einem Vorentscheid zum Thema Anleihenkauf der EZB unter äusserst fragwürdigen Bedingungen legalisiert hat:

So dürfe die EZB Anleihen nicht direkt von betroffen Staaten, sondern nur auf dem sogenannten Sekundärmarkt ankaufen.

Kurzum, es wäre also legal, einer Bank EZB-Gelder zu leihen (z.B. via Emergency Liquidity Assistance), damit die Bank diese Anleihen kaufen kann, und dann kauft sie die EZB. Deutschland ist berechtigterweise sehr skeptisch. Ein weiterer Faktor ist, dass Griechenland am 25. Januar ein neues Parlament wählt und so wie es aussieht, eine sozialistische Partei an die Macht kommen wird, die mit dem Sparkurs und dem Abbau der Schulden Schluss machen will, was de fakto bedeutet, dass der EZB zwei Optionen bleiben:

  • Nachgeben und Griechenland mit Hilfe von direkten Stützungsaktionen und ELA durchfüttern, was offenbar bereits passiert.
  • Die EZB bleibt hart und Griechenland erklärt sofort oder nach einiger Zeit den Staatsbankrott und verlässt die Eurozone. Das könnte dann eine Kette von Ereignissen auslösen und z.B. Italien, Spanien, Portugal oder Frankreich zum Verlassen der Eurozone veranlassen

Die SNB hat heute der EZB beigebracht, was sie vom Euro und den Langzeitpersektiven der Währung hält.