Jetzt sollen die Leute, die sich um ihre Gesundheit kümmern, noch 'solidarischer' sein

Da die Krankenkassen offenbar zu wenig einnehmen, muss man jetzt noch die letzte Möglichkeit abschaffen, irgendwie weniger Geld in das Gesundheitswesen zu 'investieren':

So könnten Krankenkassen gezwungen werden, die Wahlmöglichkeiten bei den Franchisen zu reduzieren....Das BAG hat nun errechnet, dass den Kassen durch die beiden höchsten Franchise-Stufen Prämieneinnahmen von 800 bis 900 Millionen Franken im Jahr entgehen.

Das hat natürlich für den Versicherten einen nützlichen Nebeneffekt:

«Gesunde Versicherte nutzen die Wahlfranchisen unter anderem, um Prämien zu sparen», schreibt das Amt laut der «NZZ am Sonntag». «Dies kann aber dazu führen, dass die Solidarität in der sozialen Krankenversicherung geschwächt wird.»

Das ist ja genau der Zweck der Sache - der Deal ist, dass der Versicherte die ersten 2500 Franken der Behandlungskosten übernimmt, und damit der Krankenkasse viel Geld spart, dafür zahlt er weniger Prämie. Das heisst aber auch, dass die Kassen 800 Millionen weniger einnehmen, die nicht vom Staat umverteilt werden können, was für einen Sozialisten, der die Einheitskassenabstimmung verloren hat, inakzeptabel ist.

Der Schuss dürfte aber nach Hinten losgehen, sobald die jetzt sich noch zurückhaltenden Prämienzahler dann, 'dank' zwangsweiser 300 CHF Franchise, sich eines anderen besinnt und dann für jedes Wehwehchen zum Doktor rennt und so immense Kosten verursacht.

Und mit den schätzungsweise für alle eingesparten Prämien von 2% bekämpft man höchstens ein Jahr die dauernden Prämienerhöhungen, und im nächsten Jahr steigen die Prämien weiter, nur dieses Mal ohne Ventil der höheren Franchisen. Ob das hilft, noch 'solidarischer' zu sein? Oder ist es nur wieder mal Zwang, zu zahlen?