Würden solche Leute mit dem Mindestlohn besser fahren?

Im Blick lässt man einige Leute, die dank Mindestlohn mehr verdienen würden, zu Wort kommen:

Je nachdem, wie viele Touren ich mache, verdiene ich zwischen 1200 und 1500 Franken im Monat. Gemeinsam stehen meiner Frau und mir im Monat knapp 3500 Franken zur Verfügung.

Wenn die jetzt 4000 Franken für einen Vollzeitjob bekommen würden, hätten sie vielleicht 4500 Franken pro Monat zur Verfügung. Nur - wieviel mehr ist das?

Wenn die Löhne nämlich steigen (und es keine zusätzlichen Arbeitslosen gibt), dann wird unter anderem Folgendes passieren:

  • Krankenkassen-Subventionen fallen weg. Man muss plötzlich mehr Geld pro Monat dafür zahlen, und kann dem nicht entkommen.
  • Die Steuern steigen - 12000 Franken mehr brutto schlagen ganz schön auf die Progression, und nur weil gerade ein sozialistisches Anliegen durchgekommen ist, heisst das noch lange nicht, dass man auch die Steuern senkt oder die Steuerfreibeträge erhöht.
  • Dadurch, dass jetzt bei den ärmeren Schichten mehr Geld im Umlauf ist, ergibt sich ein nicht zu vernachlässigendes Potential für Preissteigerungen bei Artikeln des täglichen Lebens. So etwas nennt man induzierte Inflation, und sogar den Gewerkschaftern, die die Initiative lanciert haben, sollte der Zusammenhang zwischen Geld- und Güterkreislauf und dessen Streben nach Gleichgewicht bekannt sein.
  • Ditto bei den Mieten. Jeder will ein Stück vom Kuchen, und dazu zählen auch die Vermieter.
  • Da jetzt der Mindestlohn höher ist, muss auch das Lohngefüge wieder angepasst werden, ergo trifft das Ganze nicht nur Tiefstlohn-Empfänger, sondern alle.

Kurzum, die Mindestlohn-Initiative bringt überhaupt nichts und man riskiert höchstens zusätzliche Arbeitslose und Inflation, etwas, was im Ende nur den Leuten hilft, die bereits Assets besitzen - und das kann ja kaum das Ziel von Sozialisten sein. Kurzum, mit einem staatlich verordneten MIndestlohn wird niemandem geholfen, und gerade am wenigsten denen, die glauben, dass sie ihn nötig haben.