Die Grünen verstehen nicht, dass genau ihre Politik Leute arm macht

Meine Schergen™ haben mir gerade eine Wurfsendung des grünen Bündnisses vorgelegt, und mit Leuchstift eine Passage hervorgehoben:

Das verfügbare Einkommen der einkommensschwächsten Haushalte ist im Kanton Bern in den letzten zehn Jahren um rund 20% gesunken.

Und dann schieben die Grünen alles auf den bösen Steuerwettbewerb, Steuersenkungen und dergleichen bösen kapitalistischen Massnahmen. Was aber genau diese Grünen nicht verstehen, oder nicht verstehen wollen, ist genau dass ihre Politik im Bereich 'Umwelt' und 'Soziales' massgeblich zu dieser Misere beiträgt. Man nehme mal vier Beispiele:

  • Krankenkassen: Seit 1996 eine gewisse Madame Dreifuss das ganze Krankenkassensystem umgekrempelt hat, geht es nur noch Abwärts mit der Leistung und Qualität des Gesundheitssystems, während die Prämien konsequent und immer stärker steigen. Im alten System konnte man vielleicht nicht leicht die Krankenkasse wechseln, weil das System eher einem 'Health Savings Account' glich, dafür waren die Prämien aber billiger. Die Ärmsten erhalten dann steuerfinanzierte Prämiensubventionen, allerdings ist die Schwelle dafür so tief, dass die meisten Leute mit ihrem Einkommen beinahe an der Sozialhilfegrenze sind. Hätte man das alte, kostengünstige HSA-System behalten, und sich so die Subventionen gespart, hätten alle Parteien mehr Geld in der Tasche, um damit Güter und Dienstleistungen zu konsumieren.
  • Erneuerbare Energien: Seit der Energiewende werden zwar überall Photovoltaikanlagen gebaut, es soll einen Überfluss an elektrischem Strom an den Strombörsen geben, aber dadurch, dass die links-grüne Politik dort eingegriffen hat, ist der Strompreis massiv gestiegen. Der Strompreis ist genauso wie Tabaksteuern die Steuer des armen Mannes, nicht der reichen Bonzen, da man dem Stromverbrauch nicht ausweichen kann (den Tabaksteuern schon, aber tendenziell gibt es in der Unterschicht mehr Raucher).
  • Öffentlicher Verkehr: Noch nie hat der öffentliche Verkehr mehr Geld aus Steuern zwecks Subvention erhalten, und trotzdem reicht es nicht, da der Bedarf immer höher wird, und die Auslastungsrate ausserhalb der Stosszeiten so schlecht ist, dass die Linien von SBB und Bernmobil schlicht nicht rentieren können. Würde man konsequent für die Tickets den vollen Kostenpreis verlangen, würden einige ÖV-Linien wegfallen oder ausgedünnt werden, aber so würde auch die Nachhaltigkeit sichergestellt, und obendrauf könnte man dann noch der Zersiedelung der Schweiz entgegenhalten. Hier ist das Dilemma der Grünen - 'If it moves, tax it, if it stands, subsidize it' - besonders schön zu sehen, da Subventionen des ÖV gerade dazu führen, dass die Landschaft zersiedelt wird, was die Grünen mit 'verdichtet bauen' bekämpfen wollen, was dann aber zu Neubauten mit teuren Mieten führt. Ein klassisches Lose-Lose-Schema.
  • Kinderkrippen: Da die Steuern, Abgaben und Lebenshaltungskosten dank rot-grünen Massnahmen immer höher werden, muss auch die Frau wieder arbeiten gehen, und soll dafür ihr Kind in eine Krippe geben. Meistens sind die Tarife aber so gestaltet, dass schon jeder ärmliche Lohn im Verkäuferinnenbereich dazu führt, dass man massiv höhere einkommensabhängige Krippentarife bezahlt, um es den ganz armen Leuten zu ermöglichen, ihre Kinder auch in die Krippe zu geben, obwohl hier die Hausfrau, die sich selber um ihre Kinder kümmert, allen beteiligten Parteien billiger kommen würde als eine teure Fremdbetreuung.

Kurzum, wären die Grünen in ihrem Abstimmungsprospekt ehrlich, dann würde sie niemand mehr wählen, weil gerade ihre Politik sehr hohen, so gut wie irreparablen Schaden angerichtet hat. Und von daher kann man jede ihre Abstimmungsempfehlungen, bis auf die Autobahnvignette, gewissenhaft umkehren und hat dann so abgestimmt, wie es dem Land nützt.