Wie der Basler Einzelhandel mich als Kunden ganz los wird

Ich war eigentlich bis anhin recht regelmässig mit Freunden oder meiner Partnerin in Basel shoppen gegangen, auch wenn es einige Fränkli mehr kostete als im grossen Kanton. Nicht mit dem Auto, aber mit dem Motorrad, was auch noch den nützlichen Nebeneffekt hatte, dass ich in der Stadt Basel relativ zentral gratis parkieren konnte, und dank den tiefen Kilometerkosten die SBB lockerst schlagen konnte. Nur, jetzt will man offenbar eine weitere Kundengruppe aus der Stadt verscheuchen:

Im nächsten Frühling wird der innerste Kern der Stadt Basel verkehrsfrei. So sieht es das neue Verkehrskonzept Innenstadt vor, mit welchem der motorisierte Verkehr massiv reduziert werden soll. Dies bedeutet, auch Roller und Töffs müssen draussen bleiben.

Das impliziert, dass ich die Maschine draussen im Klybeck-Quartier abstellen müsste, oder anderswo, wo die Läden nicht in nützlicher Laufdistanz erreichbar sind. Das heisst implizit, dass ich dann in der Stadt Basel nicht mehr einkaufen kann, ohne entweder zu zahlen (für die langsamen Basler Trams oder für den Parkplatz ist egal - in beiden Fällen bekommt eine staatlich geförderte Institution Geld), oder aber meine Zeit zu verschwenden.

Das impliziert, dass ich ab nächsten Frühling der Stadt Basel als Kunde und Restaurangast fehlen werde. Deutschland ist so nah, da muss man sich aber keine Sorgen machen, dass mein Trip Richtung Norden verschwendete Zeit wäre - ich fahre einfach noch ein paar Kilometer und bin dann gleich im billigen Deutschland drüben und könnte für die Sachen, die ich nicht lokal kriege, eine Postlageradresse in Lörrach einrichten und die Waren dort dann abholen und so den Schweizer EInzelhandel noch mehr schädigen.

Mit den aktuellen Schwierigkeiten, mit denen der Basler Einzelhandel bereits zu kämpfen hat, wäre das nicht nötig gewesen. Aber eben - so wie der Entscheid für diesen Schwachsinn demokratisch war werden auch die Entlassungen demokratisch sein. Nur zu schade, dass es leider nicht die ALV-Prämien sind, wo man kantonal verschieden hohe Beitrage zahlen muss - wäre dem so, würden solche Massnahmen in sozialistisch angehauchten Gefilden wie der Stadt Basel rasch zu demokratischen Korrekturen führen.