Auch eine Abwertung des Euros löst die Euroschuldenkrise nicht - eher im Gegenteil

Ich werde im nächsten Leben, wenn ich die erste Klasse gehe, als Berufswunsch wohl mal 'führender Ökonom' angeben, dann muss ich in der Schulde nicht so hart arbeiten wie diese Leute, die vollen Trostes empfehlen, den Euro abzuwerten:

Führende Ökonomen befürworten eine Abwertung des Euro, um den Krisenländern zu helfen. "Ich kann mir vorstellen, dass der Euro noch weiter an Wert verlieren muss", sagt der in Oxford lehrende Finanzwissenschaftler Clemens Fuest der "Welt am Sonntag".

Das tut der Euro zwar schon jetzt, relativ zum Dollar und Yen, aber eine explizite Abwertung bringt nichts, auch wenn die Idee selbstlos ist:

Auch die besten Reformen würden nicht ausreichen, um die Südländer wieder wettbewerbsfähig zu machen. "Italien und Spanien brauchen eine Kombination aus einer Euro-Abwertung und möglichen Hilfen durch den Rettungsschirm ESM."

Nein, die beiden Länder, zusammen mit Griechenland, Portugal und auch Frankreich, mal richtig sparen. Und das ist bisher nicht passiert. Und würde die Massnahme mit der Abwertung des Euro auch implementiert - z.B. auf einen Dollar-Euro-Kurs von 1, hätte das nur noch schädlichere Effekte als die aktuelle Situation:

  • Öl- und Rohstoffimporte werden massiv teurer
  • Deutschland, schon jetzt Exportweltmeister, exportiert dann noch mehr, auf Kosten des Binnenkonsums, was den PIIGS-Staaten gar nichts bringt, ausser dass sie ein paar Arbeitslose nach Deutschland abschieben können
  • Der Goldpreis dürfte wegen den ganzen Horden von Anlegern, die ihr Geld in Sicherheit bringen wollen, explodieren
  • Die Lage der Tourismusindustrie in Spanien und Griechenland würde nicht verbessert, da die meisten Touristen, die diese Länder besuchen, aus der Eurozone kommen, und die werden in Euro denominiert auch nicht mehr Geld haben.
  • Die Zulieferindustrie in den Ländern produziert häufig für den Euroraum, wo sich netto auch nichts ändern wird, würde abgewertet.

Nein, führende Ökonomen wissen, was getan werden müsste - namentlich, alle PIIGS-Staaten aus der Eurozone zu entlassen (oder alternativ, Deutschland, Finnland, die Niederlande und Österreich gehen). Island ist das leuchtende Beispiel. 2008 noch erfasst von einem Bankencrash geht es heute dem Land besser als Griechenland.

Die Idee dieser führenden Ökonomen ist also so tauglich wie die anderen Ideen, die bisher aus den Mündern der 'führenden Persönlichkeiten' aus EU und EZB gekommen sind.