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Erzliberal? Eher 'Wagenknecht-liberal', sprich etatistisch-sozialistischEs gibt manchmal sogar Sozis, die einige gute Ideen haben - aber ich habe noch keinen gesehen, der einen kohärent guten Plan für die Lösung der Euro-Schuldenkrise hatte. Und da macht auch Madame Wagenknecht, Präsident von 'Die Linke' in Deutschland, keine Ausnahme. Aber zuerst mal zu den guten Ideen:
Ein Schuldenschnitt wird für alle PIIGS-Staaten sowie Belgien und Frankreich notwendig werden. Auch Deutschland hat - wenn man die impliziten Forderungen mitrechnet, weit zu viele Schulden, wobei ich mal vermute, dass zumindest die Bundesrepublik - müsste sie nicht den ganzen Euroraum mitretten - ihre Schulden noch abstottern könnte.
Hier stimme ich Wagenknecht voll zu. Wer sein Portfolio nicht diversifiziert, oder Klumpenrisiken bildet, stirbt einen brutalen Tod. In einer Marktwirtschaft darf es nie sein, dass ökonomisches Fehlverhalten auch noch belohnt wird. Aber nach den guten Ideen kommen die sehr schlechten Ideen:
Wenn man liberal und nicht sozialistisch veranlagt ist, wird der Markt das Problem lösen, indem Banken entstehen, die zu markgerechten Zinsen Kapital verleihen. Sonst hängen Risiko und Haftung wieder nicht zusammen. Das bedeutet dann implizit auch, dass Zentralbanken dann keine finanzielle Repression mehr betreiben, um dem Staat zu billigem Geld zu verhelfen. Und dann zu guter Letzt - Wagenknecht ist Wagenknecht - kommt der faule Odem des Sozialismus hereingeweht:
Und da fängt der Sündernfall wieder an - die EZB soll Kredite vergeben, damit die Länder nicht dem bösen Markt ausgesetzt sind. Das kann nicht funktionieren, und wird wieder zum gleichen Schlamassel wie jetzt führen. Man kann nicht auf einer Seite ökonomisch liberal und auf der anderen Seite etatistisch sozialistisch sein, sonst funktioniert das System der 'Checks and Balances' nicht, und die Politiker werden das EZB-Geld wieder mit vollen Händen ausgeben anstatt damit mal intelligente Sachen zu tun, wie z.B. Schulden abzubauen. Nein, solche Ideen sind Etatismus in Reinform und gehören in die Mülltonne, genauso wie Marxismus und Sozialismus.
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