So, und jetzt waren's wieder die Killerspiele

Nachdem gestern einer, der offenbar schon vorangehend in die Klapsmühle gehört hätte, 15 Menschen in einem Amoklauf erschossen hat, machen jetzt Gutmenschen aller Couleur die 'bösen' Ego-Shooter für das Blutbad verantwortlich und wollen diese schweizweit verbieten, weil offenbar zu viele Gamer aufgrund von diesen Spielen Amok gelaufen sind:

Für die SP des Kantons Bern - die «tief betroffen ist durch den Amoklauf in Süddeutschland» - ist jedoch klar: Der häufige Konsum von Videogames verstärke laut neusten Studien das Aggressionsverhalten bei jungen Männern.

Wenn es so einfach und simpel wäre, wäre ungefähr meine ganze RS-Kompanie aus dem Jahre 94 inzwischen Amok gelaufen. Die Faktoren hättten gepasst:

  • jung
  • männlich
  • Waffenbesitzer (Armeesturmgewehr), wenn nicht zu Hause ganze 'Arsenale' vorhanden waren
  • jeder zweite hatte damals schon einen PC, und Ego-Shooter wie Quake
  • meist gute Schützen - kein Wunder bei Grenadieren und Ter Füs.

Von den Ausbildungsdiensten in der Armee, als ich Rekruten, die noch häufiger als in meiner RS oder meinen Abverdiener-Sessionen PCs hatten und sie zum Spielen verwendeten, die feineren Punkte der Verwendung einer Schusswaffe im Gefecht beibringen musste, ganz zu schweigen. Und von denen ist keiner durchgedreht und hat um sich geschossen.

Abgesehen davon - würden solche Spiele hier verboten, herunterladen könnte man sie noch immer, und das wird man ausser mit ähnlichen Massnahmen wie der chinesischen Internetzensur kaum unterbinden können.

Und abgesehen davon, in Counterstrike, einem sehr beliebten FPS, kann man sich auch mit Messern gegenseitig umlegen gehen - und was macht die SP, wenn der erste Amoklauf hierzulande mit einem Rückenspalter oder einem guten Fleischermesser stattfindet?

Nein, die Linke macht es sich wie immer viel zu einfach.

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