Petzen bei der GEZ: Deutschlands kleine Blockwarte

Ich hatte eigentlich mal gehofft, dass zumindest in Westeuropa die Zeiten der Blockwarte und Denunzianten zu Ende wären. Ich hätte mich nicht gröber täuschen können:

Laut einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid ist jeder Achte in Deutschland dazu bereit, einen illegal fernsehenden Mitbürger anzuschwärzen.

Das macht einen auf acht, der bereit wäre, seinen Bürger wegen der Nicht-Bezahlung der Fernsehabgabe zu verpetzen, auch wenn er keine staatlich subventionierten Fernsehsender zur Deckung seines Fernsehkonsums verwendet. Das heisst implizit, dass in einem Mietshaus ein Mitbewohner statistisch die anderen verpetzen könnte, wie damals zu Hitlers Zeiten, als noch Blockwarte das Verbot, 'Feindsender' am Radio zu hören, überwachten. Und dort, wo die 'fachistischen' in 'antifachistische' Traditionen übergingen, geschützt durch eben so einen 'Schutzwall', z.B. rund um Berlin, ging das noch lange weiter:

Während in Westdeutschland nur neun Prozent der Befragten einen Menschen melden würden, der keine Rundfunk- und TV-Gebühren bezahlt, erklärten sich 21 Prozent der Ostdeutschen dazu bereit.

Die Feststellung bestärkt eigentlich nur die Theorie, dass der Sozialismus zu solchen Sachen fähig ist - ob er jetzt ein rotes oder ein braunes Mäntelchen anhat, erkennt man meist nur am Adjektiv.

Aber nicht am Verhalten der Bürger, dass noch Jahrzehnte nach der Abschaffung dieser Regierungsform immanent in seinem Kopf verankert ist. Es braucht eben Blockwarte, und das nicht erst seit Hitlers Zeiten. Heute gibt es zwar keine 'Feindsender' mehr, aber dafür 'Schwarzseher' und 'Steuersünder'. Und mit einer Denunziationsprämie geht der ganze Akt noch etwas einfacher vom Herzen.

Hat die GEZ eigentlich für solche Leute schon Prämien ausgelobt?