Könnte das Motto dieser Tage sein. Wie man feststellt, hackt in etwa die ganze Schweizer Presse auf Sämi Schmid, unserem 'BDP'-Rebell™ herum.
Aber wieso tun sie das? Eigentlich gibt es zu dieser Frage eine endliche Anzahl Antworten:
- Es ist Sommerflaute. Nach dem iPhone 3G, Ingrid Betancourt, einigen Dopingfällen an der TdF und einigen Bergsteigern in Pakistan, die bald tiefgefroren sein könnten, gibts nichts. Ausser Schmid. Da die Zeitungen schon so bedenklich dünn sind, und der Ratio 'Content' zu Werbung, die in etwa jedes Printmedium finanziert, nicht zu schlecht werden darf, muss irgendein Lückenfüller her. Kommt der Lückenfüller noch mit mit "Sex & Crime" daher, umso besser. Sämi Schmid ist zwar als 'konservativer' Bundesrat dank seiner BDP-Mitgliedschaft nicht direkt mit dem 'Abschuss' bedroht, aber seine Tage sind definitiv gezählt.
- Man will die anderen Bundesräte aus der Schusslinie nehmen und von ihnen und ihrem Treiben ablenken. Im Moment steht es nicht allerbestens um 'Clown Dimitri', und auch Leuenberger hat schon bessere Tage gesehen, insbesondere seit seiner "Vision zero" oder nachdem der Zürcher Justizskandal sich wie eine aufgeblähte Leiche an der Wasseroberfläche gezeigt hat. Bei Couchepin, der zwar nicht der Urheber des Krankenkassenschlamassels, aber zumindest sein Vollstrecker ist (und auch von seinem Dienstalter her bald weg vom Fenster sein dürfte), läuft die Uhr auch ab, und die Linke möchte gerne Merz weghaben, da er Appenzeller Finanzdisziplin in den Bundesrat gebracht hat - sprich, die Staatsausgaben sind nicht so stark gestiegen wie von der Linken und der "Mitte" erhofft. Auch 'Schlumpfine' musss unbedingt aus der Schusslinie geraten, da sie früher oder später unter dem gezielten Beschuss der SVP unter die Räder geraten und zum Rücktritt gezwungen würde, was noch einen manipulierbaren und erpressbaren Bundesrat weniger geben würde.
Eigentlich gäbe es für eine wirklich unabhängige Presse, die nicht von linkslastigen Journalisten unterwandert ist, genug zu berichten.
Es gibt aber gewichtige Gründe dagegen - wie z.B., dass man mit Attacken auf Schmid die anderen Bundesräte vor weiterer Unbill schützen kann, obschon es zumindest bei Merz offene Fragen gibt, ob man ihn wirklich schützen will oder das nur ein unvermeidbarer Nebeneffekt ist.
Auf jeden Fall taugt aber der Sämi im Moment hervorragend als Punching Ball, und erst jetzt findet man seine 'Führungsschwäche' und 'unfähiges Krisenmanagement'. Zumindest in der Presse.
Jedem, der ohne Scheuklappen Schmid's Aktionen der letzten Jahre Revue passieren lässt, hat das aber schon längst erkannt, und weiss jetzt auch, dass Schmid's Countdown am Zählen ist. Das Sämi-Prinzip ist es, den Bundesrat mit der geringsten politischen Haltbarkeit oder Rückgrat als Schutzschild für die anderen sechs Kollegen zu nehmen, und ihn so zum nützlichen 'konservativen' Idioten zu degradieren, auf dem man so lange herumhackt, bis er nachgibt.
Der BDP-Mohr hat seine Schuldigkeit getan, der BDP-Mohr kann gehen.