Apfelrechner.ch-Affäre: Was hat Ricardo wirklich mit den Bewertungen gemacht?

Nachdem es sogar die SZ fertiggebracht hat, einen politisch korrekt gefärbten Artikel wegen dem Konkurs von apfelrechner.ch zu publizieren, stellen sich natürlich so einige Fragen:

  • Wieso kann man bei ricardo.ch einen 'Testkauf' ohne jedwelche Überprüfung der Identität machen? Man hätte auch ohne Ausweispapiere eine Handy-Nummer des Käufers verlangen können, wo man per SMS einen 8-stelligen Code hinschickt, um die Identität zu validieren, und dann bei 'Doubletten' von Handynummern den User sofort zu sperren. Aber offenbar ist es billiger, ein PR-Desaster zu haben, als einige tausend SMS pro Monat zu verschicken.
  • Wieso gibt es so viele Gerüchte, dass negative Bewertungen gelöscht wurden? Zumindest in einem Fall ist ziemlich viel Fleisch am Knochen, und wenn Ricardo sich da reinwaschen will, wird das nur über einen kompletten Audit des Systems, dass ricardo verwendet, gehen.
  • Wenn der Herr D. auch tatsächlich bereits mehrmals Konkurs angemeldet hat, wieso kann man unter solchen Umständen noch eine GmbH eröffnen, und wie kann ricardo ihn als Geschäftskunden zulassen?
  • Wieso löscht MacPrime die Diskussionen um den Fall? Es wäre eher angebracht, dass die ganze Chose auch für nichtregistrierte User zugänglich wird, dann würde sich auch die Diskussion rund um MacPrime wieder legen, auch wenn gewisse Diskussionen rund um die Affäre 'am Rande des Erträglichen' sind. Es ist halt dumm, aber wenn einer, dessen Namen gewisse Affinitäten mit dem Namen des Datadictionary-User von SAP hat, wiederholt ins Zwielicht gerät, muss die Sache ausdiskutiert werden. Mit Zensur kommt man hier etwa gleich weit wie wenn man auf dem Pulverfass sitzt, an dem die Lunte bereits brennt.

Wer sich über die Affäre ohne Zensur informieren will, kann das hier und hier tun.

Bei Ricardo kann man noch 250.- reinholen. Aber eigentlich müsste man bei Ricardo mal ein bisschen genauer untersuchen, ob es doch nicht möglich ist, einen kompletten Review des Systems unter folgenden Gesichtspunkten zu machen:

  • Revisionssicherheit: Ist jede Transaktion, jedes Gebot und jede Bewertung eindeutig beleg- und beweisbar? Wenn nein, was passiert bei Ricardo, wenn einige User eidesstattlich erklären, dass sie eine negative Bewertung für den User apfelrechner abgegeben haben, diese aber bis zum 20.01 nicht aufgetaucht ist? In diesem Falle müsste Ricardo das belegen können, dass es diese Bewertungen nie gegeben hat. Da Bewertungen aber als Grundlage für den Abschluss eines Geschäfts bei Ricardo gelten, sind diese Dokumente geschäftsrelevant, und in dem Falle auch revisionssicher zu archivieren - was WORMs, EMC Centera oder andere Storage-Lösungen vorsieht, die unveränderlich sind. Es müsste auch jeder Vorgang digital signiert werden, mit einem Timestamp, um zu belegen, wann etwas gemacht wurde, zusammen mit einem Log aller Timestamps und Hashes der Transaktionen.
  • Lässt das System von Ricardo Manipulationen an den Datenbeständen zu, ohne Spuren zu hinterlassen? Wenn ja, wäre es möglich, dass Ricardo, um die nicht unbeträchtlichen Gebühreneinnahmen von Herr 'D' zu gefährden, Manipulationen vorgenommen haben könnte. Wäre dies beweisbar, hängt Ricardo.ch.
  • Kann das System von Ricardo mit einen Just-in-Time Mirror auf den Stand von z.B. dem 1.1.2007 zurückgedreht werden für die Ermittler? Wenn nein, wäre das zumindest grobfahrlässig und damit prüfenswert, ob ein schadenersatzpflichtiges Verhalten von Ricardo.ch vorliegt.
  • Wurden alle Mails von ricardo.ch von ricardo.ch revisionssicher archiviert? Wenn nicht - Geschäftskorrespondenz ist auch 10 Jahre aufzubewahren, ob elektronisch oder auf den Produkten toter Bäume (was dem Buchstaben des Gesetzes genügen würde).

Hier stellt sich jemand Fragen, der mal alle diese Vorlesungen über 'Software Engineering' besucht hat und beim Design von Software manchmal sogar seinen Intellekt anstrengen muss.

Will ricardo die Bedenken ausräumen, so bleibt nur die Selbstentblössung vor der Netzcommunity und ein unabhängiger Audit - auf gut Deutsch, sie müssen die Hosen runterlassen, und zwar bis zu den Fussknöcheln.

Ansonsten muss ricardo sich Vorwürfe gefallen lassen, dass sie bei der Sache zumindest beide Augen sehr fest zugemacht haben. Und manchmal kann man sich dann herausreden, dass man nicht gesehen hat, was die linke und die rechte Hand gemacht haben.

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Kommentar NICHT publiziert wg. juristischer Relevanz

Ich habe den Kommentar eines anonymen Benutzers nicht publiziert, weil dieser als potentielles Beweismittel in einem Gerichtsverfahren dienen konnte. Das ist NICHT meine normale Policy mit Kommentaren, sondern aufgrund des Sachverhaltes leider nicht anders zu machen, da aufgrund meines Beitrags inzwischen Juristen an der Untersuchung des Sachverhaltes sind.

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